Pepsin – was es ist und wo es vorkommt Artikel

Pepsin – Was ist es und wo kommt es vor?

In Reformhäusern und auf verschiedenen Websites stößt man auf Kapseln mit einer geheimnisvollen Substanz namens Pepsin. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen sehr wichtigen Bestandteil unseres Körpers, der uns täglich bei der Verdauung der Nahrung hilft. Was genau ist diese Verbindung, sollten wir sie wirklich supplementieren und wie lässt sich ihre Aktivität messen?

Was ist Pepsin?

Pepsin ist ein Enzym aus der Familie der Endopeptidasen, das Nahrungsproteine, die in den Magen gelangen, in Aminosäuren zerlegt. Es wirkt, indem es Peptidbindungen spaltet – die wichtigsten chemischen Bindungen in Proteinen.

Als Reaktion auf verschiedene Reize produzieren die Hauptzellen der Magenschleimhaut Pepsinogen. Zu diesen Reizen können Acetylcystein, Gastrin oder ein niedriger pH-Wert gehören.

Der niedrige pH-Wert, der durch die im Magensaft enthaltene Salzsäure entsteht, wandelt Pepsinogen in seine aktive Form – Pepsin – um.

Pepsin oder Pepsinogen?

In der obigen Beschreibung erscheint neben dem Namen des Enzyms auch der Begriff Pepsinogen. Pepsinogen ist die inaktive Form von Pepsin. Pepsin ist in einer alkalischen Umgebung instabil und kann daher nicht direkt von den Magenzellen in den Magen abgegeben werden.

Hier kommt Pepsinogen ins Spiel, da es unter solchen Bedingungen stabil ist. Erst wenn sich Pepsinogen mit der im Magensaft vorhandenen Salzsäure vermischt, sinkt der pH-Wert, was zur Aktivierung von Pepsin führt.

Pepsin oder Pepsinogen – Sekretionsprozess
Die Grafik veranschaulicht die enzymatischen Umwandlungen, die im Magen stattfinden. Quelle: Engelking, L. R. (2015). Protein Digestion. Elsevier EBooks, 39–44. https://doi.org/10.1016/b978-0-12-391909-0.50007-4

Ist eine Supplementierung notwendig?

Verdauungsenzyme können verdünnt sein oder in ihrer Menge abnehmen. Dieses Problem tritt insbesondere bei älteren Menschen auf. Wenn der pH-Wert im Darm ansteigt, ist der Magen möglicherweise nicht in der Lage, ausreichend Pepsin freizusetzen. Ohne eine ausreichende Konzentration dieses Enzyms kann der Körper Proteine nicht richtig verdauen. In solchen Fällen kann eine Supplementierung mit Pepsin hilfreich sein.

Es ist jedoch wichtig, Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel aus zuverlässigen Quellen wie Apotheken zu beziehen. Vor Beginn einer Supplementierung ist es stets ratsam, einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Die Information über Ihren aktuellen Gesundheitszustand ermöglicht es dem Fachpersonal, ernstere Erkrankungen auszuschließen.

Magenschmerzen – Notwendigkeit einer Pepsin-Ergänzung
Gastrointestinale Probleme können ebenfalls mit einem Pepsinmangel zusammenhängen. Vor der Einnahme rezeptfreier Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wird eine Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker empfohlen.

Messung der Pepsinaktivität

Die Überwachung der Pepsinaktivität hilft, die Funktion des Verdauungssystems zu beurteilen, gastrointestinale Erkrankungen zu diagnostizieren und therapeutische Effekte zu analysieren. Nachfolgend sind mehrere Methoden aufgeführt, die zur Messung der Aktivität dieses Enzyms verwendet werden:

Enzymatische Tests – Diese messen die Aktivität, indem sie die Hydrolyse von Proteinsubstraten wie Hämoglobin oder Casein durch Pepsin nachweisen. Die Freisetzung von Peptiden oder Aminosäuren wird mithilfe kolorimetrischer oder fluorometrischer Methoden quantifiziert, wobei Veränderungen der Absorption oder Fluoreszenz proportional zur Pepsinaktivität sind.

Immunologische Tests – Diese messen die Enzymaktivität indirekt durch den Nachweis pepsinspezifischer Antikörper oder von Antigen-Antikörper-Interaktionen in biologischen Proben. Am häufigsten werden ELISA-Tests und immunoturbidimetrische Verfahren eingesetzt.

pH-Monitoring – Die pH-Überwachung in Kombination mit enzymatischen Tests ermöglicht die Beurteilung der Pepsinaktivität unter physiologischen Bedingungen. pH-sensitive Sonden oder Elektroden können verwendet werden, um pH-Veränderungen während der Pepsinaktivitätstests in Echtzeit zu erfassen.

Messung der Pepsinaktivität
Fotos aus den Chemie- und Biologielaboren des National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS). Zusätzlich wurden Mitarbeiterporträts sowie Gruppenfotos der Laborteams aufgenommen.

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